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IRÈNE BOBELIJN
Geb. 1922(?)
R
eist 1928 auf der „SS Lapland“ nach New York
Kehrt 1931 auf der „SS Pennland“ nach Belgien zurück
Sammlungsstück im Museum: KOFFER

New York

Irène Bobelijns Kindheit verläuft abenteuerlich. Sie wächst bei ihren Großeltern in Sint-Amandsberg bei Gent auf, während Vater und Mutter bereits in einer Fabrik für Landbaumaschinen in Moline (US-Staat Illinois) arbeiten. Es geht den Eltern gut in Amerika, weswegen sie ihre Tochter nachkommen lassen wollen. 1928 ist es so weit: Die sechsjährige Irène geht mit ihrem Kindermädchen und ihrem Köfferchen in Antwerpen an Bord der „SS Lapland“. Das Schiff setzt Kurs auf New York.

 

Das Leben an Bord

Die Überfahrt ist für die kleine Irène ein einziges Abenteuer. Sie reist in der 2. Klasse und hat deshalb einige Bewegungsfreiheit auf dem riesigen Schiff. Es fällt ihr auf, „dass die Passagiere, die in der Luke sitzen, nicht herauskommen dürfen“. Aber das Weihnachtsfest feiern die kleinen Passagiere der 3. Klasse zusammen mit den anderen Kindern an Bord. Nach einer langen Schiffsreise und einer zweitägigen Bahnfahrt ist Irène endlich in Moline und die Eltern können die Tochter in die Arme schließen.

 

Ein Leben in Luxus

Irène genießt das Leben in Amerika in vollen Zügen. Es ist abwechslungsreich und die Familie verfügt über einen gewissen Luxus. Sie wohnt in einem Haus mit Zentralheizung und besitzt sogar einen Kühlschrank. Irène ist tief beeindruckt von den Wolkenkratzern. Sie findet das amerikanische Essen leckerer als das flämische und liebt Popcorn, Coca-Cola und Hotdogs. Aber der Traum währt nicht lang. 1931 spürt auch die Familie Bobelijn die Folgen der Großen Depression und kehrt (mitsamt dem Koffer) auf der „SS Pennland“ nach Belgien zurück. Im ostflämischen Assenede bezieht sie einen Bauernhof. Aber die Erinnerungen an die USA werden Irène ihr ganzes Leben lang begleiten.